Ungesunde Unternehmen brauchen einen ParadigmenwechselGesundheit - 1/6

„Gesundheit“ ist das aktuelle Wort unserer Gesellschaft und –so viele Prognosen unserer Zeit – DAS Thema der nächsten Jahrzehnte. Wen wundert es; sie ist unser wertvollstes Gut, das Wichtigste, was wir haben.

Organisationen sind wie Lebewesen und können von Krankheiten befallen werden. Viele dieser Unternehmenskrankheiten sind heute wahrzunehmen, wenn man in die Unternehmen hinein sieht. Befallen von ungesunden organisationalen Systemdynamiken fehlen Leichtigkeit und Gelassenheit, hingegen sind Leistungsdruck und Burnout allgegenwärtig.

Ungesunde Unternehmen werden nicht nachhaltig bestehen! Im Umgang mit „organisationaler Gesundheit“ braucht es einen Paradigmenwechsel besonders bei Managern und Führenden.

Vielfach werden Unternehmen noch nach der alten Managementlehre der 80er und 90er des letzten Jahrhunderts geführt. Noch immer sind die Grundannahmen über wirtschaftliches Handeln, über das, was der Mensch ist, was man mit ihm machen darf und über die Art wie man im wirtschaftlichen Verkehr miteinander umgeht präsent. Abgeleitet von einem Menschen- und Weltbild einer Zeit, die längst zu Ende gegangen ist. Dennoch fällt auf, dass die alten Paradigmen noch immer im Denken und Handeln der meisten Manager vorherrschen.

Doch die alten Konzepte haben längst ausgedient, sie versagen und sind nicht länger tragfähig. Es braucht eine kopernikanische Wende im Denken von gesunder Organisation. Die Organisation und das Unternehmen müssen vollständig neu und in Abgrenzung zum vorherrschenden Verständnis als „gesund“ verstanden werden. Denn systemisch ganzheitliche Unternehmensgesundheit ist die Basis für den langfristigen Erfolg, eine stabile Mitarbeiterbindung und jedwede Arbeitgeberattraktivität. Wer diese Faktoren missachtet, wird ganz sicher keinen nachhaltigen unternehmerischen Erfolg erzielen können.

Gesundes Unternehmen – was ist das?

Ein ganzheitlich gesundes Unternehmen ist vor allem aber nicht nur von diesen Faktoren geprägt:

Gesundheit des Unternehmens meint insbesondere den Unternehmenscharakter, also das, was die Systemverläufe (organisationale Gewohnheiten) in Summe prägt und wie konstruktiv sich dies auf die Nachhaltigkeit des Unternehmens auswirkt. Konstruktive Gewohnheiten in den Verhaltensmustern der Organisation im Umgang mit Herausforderungen und Problemen nennen wir dann organisationale Tugenden. Dies sind etablierte, zur Gewohnheit gewordene Verhaltensmustern. Eine notwendige Re-Identifizierung ist nur möglich, wenn der Wille und die Fähigkeiten vorhanden sind, bestehende organisationale Verhaltensmuster zu betrachten und zu reflektieren. Erst dann ist es möglich, ein organisationales Verhaltensmuster zu bewerten, es als eine organisationale Untugend zu erkennen und als Management bewusst etwas zu ändern.

Autor: Ralf Juhre
Ralf Juhre ist leidenschaftlicher Verhaltenstrainer, Berater, Coach und anerkannter Experte für Führungskräfte- und Organisationsentwicklung. Potenzialentfaltung, Querdenken und Horizonterweiterung sind bei ihm Programm. Seit fast 30 Jahren ist er im In- und Ausland unterwegs, um destruktive Verhaltensweisen und mentale Blockaden in Organisationen aufzudecken sowie Veränderungsprozesse erfolgreich zu initiieren und zu begleiten. Mit Gründung der ingenior training & consulting GmbH entstand ein Systemhaus, das auf Führungskräfte- und Organisationsentwicklung sowie Sozialkompetenztraining für Ingenieure und Techniker spezialisiert ist. Ralf Juhre ist zudem Autor zahlreicher Fachbücher für Führungskräfte und Manager.

Schreibe einen Kommentar

10 − 7 =

Wie können wir Ihnen helfen?

Kontaktieren Sie uns und wir helfen Ihnen gerne weiter.

Sie wünschen mehr Informationen über unsere Angebote?

LinkedIn
Xing
Facebook
Instagram
Youtube